Am Albertus-Magnus-Gymnasium in Dülken freuen sich die Teilnehmer des MINT-Projektkurses über einen zweiten Platz bei Jugend forscht.

Von Bianca Treffer

 

Wie hochaktuell die eigenen Jugend-forscht-Projekte einmal werden würden, das konnten weder Marc Blohm-Schroeder und Leon van Geul noch Mats und Paul Schnierda erahnen, als sie im Februar 2020, angestoßen von den ersten Corona-Fällen in China, forschungstechnisch die Desinfektion beziehungsweise den Kampf gegen Bakterien unter die Lupe nahmen.

Die damaligen Q1-Schüler des Dülkener Albertus-Magnus-Gymnasiums besuchen den MINT-Projektkurs der Oberstufe, den Biologie- und Chemielehrer Rudolf Ritz leitet. „Unser Projektkurs ist in erster Linie an einer Teilnahme an Jugend forscht orientiert“, informiert Ritz. Die beiden Jugend-forscht-Gruppen machten sich an die Arbeit, wobei der erste Lockdown im vergangenen Jahr für eine Unterbrechung sorgte. Das konnte die Jungforscher aber nicht lange von ihrer Arbeit abhalten.

Marc und Leon arbeiteten unter dem Projekttitel „WashOrb – Effizienz des vollautomatischen, kontaktfreien Handwaschautomaten“ an der Entwicklung eines Automaten, der Wasser und Seife spendet und anschließend durch ein Gebläse auch die Hände trocknet. Sowohl die voreingestellte Zeit als auch die völlig kontaktlose Bedienung ermöglichen dabei eine maximale Hygiene. „Uns kam die die Idee dazu, weil viele Leute einfach zu faul sind, sich die Hände zu waschen. Gerade in Zeiten einer Pandemie ist dies aber von äußerster Wichtigkeit“, sagt Marc. „Unser Automat gibt alles vor, der Nutzer muss nur noch seine Hände bewegen.“

Die beiden Oberstufenschüler tüftelten, bauten und programmierten. „Wir haben uns dabei jede Menge neues Wissen angeeignet, das wir einfach für die Entwicklung des Automaten brauchten. Es hat viel Spaß gemacht“, berichtet Leon. Dass es nun beim Wettbewerb auf Regionalebene einen zweiten Platz in der Kategorie Technik gegeben hat, wo die beiden, inzwischen Q2-Schüler, angetreten sind, freute den 17- und den 18-Jährigen. Technik wird die beiden auch weiterhin begleiten. Leon möchte nach dem Abitur Mechatronik studieren und Marc will ebenfalls mit einem Studium in den Maschinenbau- beziehungsweise Fahrzeugtechniksektor einsteigen.

Die Zwillinge Mats und Paul starteten bei Jugend forscht im hart umkämpften Sektor Chemie. Ihr Thema: „Mit Licht und Farbe gegen Bakterien“. Die beiden 18-Jährigen untersuchten, inwieweit man mit geeigneten Farbstoffen und durch Lichteinfluss das Wachstum von Bakterien hemmen kann. Das Prinzip hinter diesem Projekt ist die Tatsache, dass bestimmte Farbstoffe durch Lichtabsorption den Sauerstoff der Umgebung zu einer aggressiven Variante anregen, die durch die Reaktionsbereitschaft die Bakterienzellen angreift und zerstört. „Wir haben Nährböden mit einem blauen Farbstoff angesetzt und diese mit Bakterien bestrichen. Wir haben dabei Abstriche von unseren eigenen Hände gemacht, nachdem wir zahlreiche Türklinken angefasst hatten“, sagt Mats.

Wie wichtig Händewaschen in diesem Zusammenhang ist, zeigten die Versuchsreihen eindeutig. „Es ist Wahnsinn, was alles auf Türklinken und Co hängt und sich dann auf den Händen tummelt“, fügt Paul an. Die beiden arbeiteten mit verschiedenen Lichtquellen. Neben LED- und UV-Licht setzten Mats und Paul die Nährböden mit den Bakterien auch bei normalen Tageslicht und im Dunkeln an. Beim LED Licht waren in der Kombination mit dem Farbstoff nach vier Tagen keine Bakterien mehr nachzuweisen. Die Zwillinge konnten leider keine weiteren Versuchsreihen mehr präsentierten, da ein Arbeiten im Chemielabor der Schule und der Nutzung des Brutschrankes aufgrund des zweiten Lockdowns nicht möglich waren. Aber auch wenn es aufgrund dessen zu keiner Platzierung reichte, so sind die Zwillinge, die übrigens beide Medizin studieren wollen, von ihrem Projekt nicht minder begeistert.

„Es ist immer wieder phantastisch, was die Schüler zu leisten vermögen und welches Engagement sie zeigen“, lobt Ritz. „Bei beiden Gruppen ging der Einsatz weit über die beiden eigentlichen Unterrichtsstunden hinaus. Die Ergebnisse, die dabei herausgekommen sind, sind grandios.“ Wobei die Pandemie vieles erschwerte. Gemeinsames Arbeiten war teilweise nicht möglich. Die Chemieräume der Schulen waren nicht immer zugänglich, da der Distanz-Unterricht lief und auch die Präsentation der Ergebnisse online stellte sich als keine einfache Sache heraus.

Quelle: Rheinische Post (22.3.2021); Foto: Jörg Knappe

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