Bewusste und gesunde Ernährung, nachhaltige Behandlung der Ressourcen, Abfallproblematik und Energie standen im Zentrum der aktuellen Projektwoche am Albertus-Magnus-Gymnasium Dülken. Gefördert durch das Programm Erasmus+ arbeiteten hiesige Schüler gemeinsam mit Partnerschulen in England und Spanien an wegweisenden Themen für diese und die nächsten Generationen.

Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Bereits zum dritten Mal fand in der vergangenen Woche am bischöflichen Albertus-Magnus-Gymnasium in Dülken die Eco-Week statt. Gestartet als Arbeitsgruppe im Februar, die immer montags eine Stunde in der Mittagspause zusammenkommt, wurden die umfangreichen Vorarbeiten, gerade während der Corona-Situation, nun nicht nur für die gesamte Schule sichtbar, alle Schüler wurden zudem aktiv einbezogen. Die Besonderheit der Aktion zeigt sich zudem in der Thematik sowie in der internationalen Vernetzung mit den Partnerschulen in England, genauer der Queen Catherine Academy in Peterborough, und der Enrique-Diez-Canedo-Schule in Puebla de la Calzada, Badajoz/Spanien.

Gefördert wird das wichtige Projekt durch das Programm Erasmus+, welches die Eco-Leader vollständig finanziert. Hierzu gehört üblicherweise auch eine Reise in jedem Projektjahr, welche im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Situation ausfallen musste. „Bislang musste die Zusammenarbeit mit unseren Partnerschulen vollständig online ablaufen“, erklärte Lehrer Rainer Müdders, der neben seinen Fächern Englisch und Katholische Religion bereits seit sechs Jahren den Schülern bei ihren kreativen Ideen der wechselnden Themen zur Seite steht. In Videokonferenzen mit den Partnerschulen wurden Projekte erarbeitet, mit denen im aktuellen Zeitraum die Eco-Leader die Aufmerksamkeit der gesamten Schulgemeinde auf eine bewusste und gesunde Ernährung, auf die sinnvolle und nachhaltige Behandlung unserer Ressourcen sowie auf Energie, Umwelt und die Abfallproblematik richten wollten.

„Hierzu gehört beispielsweise eine vegetarische Woche, in der wir bewusst auf Fleisch verzichten und verstärkt Gemüse, Salat und frische selbst zubereitete Produkte auf den Speiseplan schreiben“, so Englisch- und Sportlehrerin Iva Videva, die erstmals das Projekt der aktuell neunten Klassen mit betreut, nachdem sie am AMG ihr Referendariat absolviert hat und nun fest zum Lehrerkollegium gehört. Viele der Themen gehören bereits seit Langem am AMG eigentlich zum normalen Tagesablauf hinzu, hier sei man durchaus anderen Schulen im Ausland voraus. „Beispielsweise gibt es bei uns seit ewigen Zeiten einen Müll- und Umweltdienst in der Mittagspause. Das ist für uns ebenso selbstverständlich wie in allen Klassen drei Mülleimer zur Mülltrennung stehen“, sagte Rainer Müdders. „Tatsächlich mussten solche Projekte an anderen Schulen dieses Programms erst noch beschlossen werden.“

Jede Schule plant für die Eco-Week eigene Projekte, die genau für die jeweilige Schule erarbeitet werden, ergänzt wird die Zusammenarbeit von gemeinsamen Ideen. Darunter beispielsweise ein Logo-Wettbewerb für das jeweilige Thema, welchen die Dülkener Schule mit dem Entwurf einer Schülerin gewonnen hatte. Neben einem Rätselquiz oder einem Info-Stand wurden die Eltern gebeten die Schüler nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen und auch das Verpackungsmaterial wurde, so gut es ging, in dieser Woche aus der Schule verbannt. Baguettes und Brötchen wurden bewusst ohne Tüte in der Cafeteria verkauft – ein Impuls vielleicht sogar fortgeführt werden könnte.

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Das Salatbuffet war eine Premiere in der Mensa, die sonst rund 400 Essen an fünf Tagen für die Schüler vorbereitet. Portionen, die den Schülern sozusagen bis an den Tisch geliefert werden. So bildeten sich am Montag zunächst lange Schlangen vor den zahlreichen vegetarischen Auswahlmöglichkeiten. „Deshalb hat sich das Küchenteam hinter die Theke gestellt“, lächelt Küchenchefin Sabine van Grinsven, „so sind die Entscheidungen leichter gefallen.“ Nach einer kurzen Pause hält die gelernte Köchin wieder seit 2008 ihr Team zusammen, welches eigentlich aus sieben Personen besteht. Aktuell seien es allerdings nur sechs, weshalb die Schule sich auf der Suche nach einem neuen Küchenteammitglied befindet. Gut sei der Salattag angenommen worden und auch die Gemüselasagne habe zwar nicht alle Geschmäcker getroffen, viele Schüler zeigten sich aber überrascht und griffen zu einer zweiten Portion. „Rund 80 Prozent der Schüler haben in der Cafeteria auf die Tüte verzichtet“, so die Köchin. „Ich frage die Schüler auch sonst immer ob sie wirklich eine Tüte benötigen und erinnere sie an unsere Umwelt. In dieser Woche haben die Schüler das Fehlen der Tüten hervorragend angenommen.“

Schwierig sei immer noch das eigentliche Herzstück des Projektes: Das Reisen, denn die Engländer haben neben dem Brexit immer noch starke Einschränkungen aus der Corona-Situation heraus. „Zudem benötigen jetzt alle Schüler einen Reisepass“, informiert Müdders. Fünfzehn Schüler dürften jährlich reisen, weshalb die Schule versucht in den zwei Jahren unterschiedlichen Gruppen den Austausch zu ermöglichen. Weil die Corona-Beschränkungen noch vorgegeben sind hat das Albertus-Magnus-Gymnasium eine Projektverlängerung beantragt, die auch bewilligt wurde und so können vielleicht im nächsten Frühjahr doch noch die Schüler ihre Partnerschulen kennenlernen. „Wir hoffen natürlich, dass Reisen dann wieder leichter möglich sind.“

„Anschließend wird dann ein neues Projekt gestartet, mit einem neuen Thema und den dann achten Klassen“, ergänzt Iva Videva. Vielleicht dann mit einer anderen Schule, da der Brexit die Teilnahme schwierig gemacht hat. Für die Schüler selbst wäre der Wegfall der englischen Partnerschule ein Einschnitt, denn schließlich konnte bisher die Projektsprache Englisch bei diesem Austausch gewinnbringend vor Ort trainiert werden. (nb)

 

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Quelle (Text/Fotos): Rheinischer Spiegel (9.10.21)