Im Gespräch mit Klaus Hoffmann, Tauchtrainer beim ASV

von David Albrecht

Eins vorneweg: Übers Tauchen weiß ich nichts. Ich weiß nur: dabei geht´s runter; Klaus weiß, wie. Genau darum sitzen wir heute im Grünen Salon im AMG, damit ich diese Bildungslücke schließen kann.

Und schnell wird mir klar, dass ich hier einen echten Profi vor mir habe – nicht nur im Tauchen. Denn Klaus hat, wie er mir direkt zu Beginn offenbart, lange Jahre in Werbeagenturen gearbeitet. Folglich weiß er über Interviews vermutlich weit mehr als ich. Doch er ist ganz entspannt und wir kommen ins Plaudern, sodass ich die Fragen, die ich mir als roten Faden notiert hatte, ziemlich schnell vergesse. Aber der Reihe nach…

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„Du lernst mir was Anständiges!“

Zum Tauchen kam Klaus auf Umwegen. Seine Mutter konnte nämlich mit dem nassen Element so gar nichts anfangen. Eine berufliche Orientierung auch nur in die Richtung Wasser kam daher nicht in Frage. Also lernte Klaus „etwas Solides“, wie er lachend berichtet.

Das Wasser faszinierte ihn dennoch und so fand er einen Workaround: Er ging zur Marine als Navigator, um später die Kapitänslaufbahn bei der Handelsmarine einschlagen zu können. Und da kam er richtig herum, denn Fernweh, das verrät er mir, hat sein Leben schon immer bestimmt. Doch den Tauchern, die in der Tiefe nach Minen suchten, konnte er meist nur von Deck aus zusehen, weil der Navigator auf See immer an Bord bleiben muss (ebenso der Kommandant und der Funker). 4 Jahre fuhr Klaus zur See. Während dieser Zeit wuchs die Faszination für den Ozean immer weiter und beinahe hätte er es zum Kapitän gebracht, doch dann kam die Liebe dazwischen. Da der Seemannsberuf nicht unbedingt familienfreundlich ist, hing er dieses Vorhaben an den Nagel. Vorerst zumindest.

Der erste Tauchgang kam dann Jahre später im Urlaub, und zwar exakt am 1.8.1985 auf Formentera. Damals ging es zum ersten Mal mit Flasche runter. Und obwohl dies ein prägendes Erlebnis war, sollte es noch recht lange dauern, bis das Tauchen einen so großen Teil seines Lebens ausmachte, wie es heute der Falls ist.

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Vom Hobbytaucher zum Tauchtrainer

Im März 2004 nämlich, übernahm Klaus beim ASV Süchteln die Leitung für die Abteilung Tauchen. Damals hat er noch einmal eine komplette Ausbildung durchlaufen, da er lange nicht mehr im Wasser gewesen war. Doch das hat sich seitdem geändert. Die Großzahl seiner fast 400 Tauchgänge hat Klaus von 2003 bis heute absolviert. Und zwar auf der ganzen Welt: Spanien, Norwegen. Schweden, Venezuela, Kuba, Nordamerika, Sri-Lanka, Malediven und Dubai, um nur einige Orte zu nennen.

Heute ist Klaus ein versierter Taucher. Er kennt sein Fachgebiet, weiß über medizinische und technische Aspekte zu berichten, kennt die Gefahren und die schönsten Tauchstationen auf der ganzen Welt. Und er hat seine Freude daran, sein Wissen an Jugendliche weiterzugeben. So ist auch der Kontakt zum AMG entstanden, genauer gesagt durch ein Tauchseminar, auf dem er Alex Wojatzki (aka The Oceanmaster) kennenlernte, der bis heute die Kooperation zwischen ASV und AMG organisiert. Die Zusammenarbeit gipfelte schließlich in der Tauchfahrt ins spanische Cadaqués für die Q2. Eine Woche lang konnten sich die Schülerinnen und Schüler an der Tauchbasis im Freigewässer austoben.

Schwerelos in der Stille

Das Besondere am Tauchen? Für Klaus ganz klar, wie er mit leuchtenden Augen strahlend berichtet: „Du tauchst runter in diese andere Welt. Bist völlig schwerelos, um dich herum nur Stille. Und du bist auf Augenhöhe mit den Fischen, schwimmst nicht über sie hinweg, sondern bist mittendrin.“ Tauchen, das wird mir nun klar, hat etwas zutiefst Kontemplatives. Kein Wunder also, dass Klaus mit seinem Tauchpartner Dieter seit Jahren in Ägypten ins Wasser springt. „Da kennt man uns einfach. Immer dasselbe Hotel, dieselben Tauchstationen. Da haben wir unsere Ruhe und sind ganz für uns.“ Mittlerweile geht es übrigens auf bis zu 32 Meter nach unten. So ein Tauchgang kann dabei gerne mal 1,5 Stunden dauern.

Zum Schluss verrät mir Klaus noch seine nächsten Pläne: „Namibia, mit dem Heißluftballon über die Wüste fahren und eine Safari. Tauchen würde ich gerne mal auf Bali und im Omam. Ich hoffe einfach, noch sehr lange tauchen zu können.“

Dann sind wir auch schon am Ende, haben 2 Stunden ziemlich schnell verquatscht. Ich jedenfalls bin jetzt neugierig und habe damit Glück: Alex und Klaus planen bereits Tauchevents für das Kollegium. Ich bin gespannt.