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Auf den Spuren von Kommissar Maigret

Die Französischkurse der Stufe 7 und der Differenzierung 8 erkundeten Liège, die Stadt von Georges Simenon

Pardon Madame, quel est le surnom de la ville de Liège?“ – „ Pardon Monsieur, qu‘est-ce qu‘il y a sous la place de la cathédrale?“ Diese und ähnliche Fragen stellten die 48 Schüler des AMG, um das kulturelle Zentrum der wallonischen Region Belgiens zu erkunden.

In Begleitung ihre Französichlehrer und unter der fachkundigen Führung von Herrn Merzenich trafen sie am Montag nach einer eineinhalbstündigen Busfahrt an der Zitadelle ein. Der Wettergott spielte mit, denn die vorhergesagten „draches“ blieben aus und sie konnten sich bei bestem Wetter auf die Spuren des Commissaire Maigret machen. Nach einem Panoramablick über Lüttich ging es die 347 Stufen der Montagne de Bueren herunter, begleitet von den 18 Fragen der Stadtrallye.

Am unteren Ende der Treppe, die mit Blumenschmuck an den „Grande Guerrevon1914 bis 1918 erinnerte, startete der Differenzierungskurs einen Rundgang durch die „Couteaux de la Citadelle de Publémont“. Gespannt lauschten die Schüler den Ausführungen von Herrn Merzenich, der einige Semester während seines Auslandstudiums in Lüttich verbracht hatte.

Um 11.15 Uhr wurde die Gruppe von der 7b abgelöst, die ihrerseits die „Outremeuse et Avroy“ erforschte. Sie gingen am Geburtshaus von Georges Simenon vorbei, begrüßten den Autor, der Pfeife rauchend auf einer Bank saß und statteten der Jugendherberge „Georges Simenon“ einen Besuch ab. Die Protagonisten ihres Französischbuches waren hier untergebracht! Weiter ging es am Musée Gréty vorbei in die Rue Roture, wo am 15. August Mariä Himmelfahrt gefeiert wird und zwar mit mit ganz viel Pèkèt, einem Lütticher alkoholischen Traditionsgetränk, welchem die Lütticher Urgesteine Tchantchès und Nanesse nicht abgeneigt waren. Ihre roten Nasen konnten die Schüler im Musée Tchantchès bewundern.

An der Cathédrale Saint-Paul trafen sie dann die 7a, die ihrerseits einen Rundgang zum sehenswerten TGV-Bahnhof Guillemins machte. Wie eine verglaste weiße Welle überspannt der Bau die Gleise, über die der Thalys von Düsseldorf und Köln kommend weiter über Brüssel nach Paris fährt. Mehr als 300 Millionen Euro wurden in die Konstruktion aus filigranen Bögen investiert, eine Schöpfung des spanisch-schweizerischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Das Bahnhofsdach erinnert an eine Schanze und die halbrunden Vordächer über dem Vorplatz an Schirmmützen. Vorher durchquerte die Gruppe den Parc de la Boverie mit dem gleichnamigen Museum, das für die Weltausstellung 1905 errichtet wurde. Dieser Tempel für moderne und zeitgenössische Kunst wurde im Mai 2016 wiedereröffnet, nachdem der Architekt Rudy Ricciotti radikal Alt und Neu verbunden hat. Im Stil des von ihm entworfenen Museums der Zivilisation Europas und des Mittelmeers (MuCEM) in Marseille hat er den ehemaligen Palast der schönen Künste um einen Neubau mit riesigen Fensterflächen bereichert. Nach so viel kulturellem Input überquerten die Schüler die Maas (Meuse) und gelangten durch den Parc d’Avroy zum Ausgangspunkt zurück.

Alle drei Gruppen hatten aber noch genug Zeit sich mit Lütticher Spezialitäten einzudecken. Dazu gehörten die berühmten Gaufres liegéois und natürlich durften die Macarons nicht fehlen. Carambars wurden vergeblich gesucht, aber das ist ja auch eine französische Süßigkeit. Die können sie dann in der Stufe 9 erwerben, wenn es zu unserer Partnerschule nach St. Quentin in Frankreich geht…

[G. Wichtrup]