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Bleibende Erinnnerungen an St. Quentin

Ende April war es endlich soweit. Zusammen mit 11 Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 des AMGs fuhren wir für den Austausch mit Saint-Jean et la Croix nach St. Quentin. Dadurch, dass wir einen Zwischenstopp in Lille machten, konnten wir uns schon mal in die franzöische Sprache eintauchen und berühmte Sehenwürdigkeiten wie die Statue vom François Mitterand in Euralille oder die vieille bourse (alte Börse) mit ihren 24 baugleichen Häusern besichtigen. Natürlich hatten wir auch ein wenig quartier libre, was bedeutet, dass wir auch ein bisschen shoppen konnten.

Alles lief super, bis wir durch die Detonation von Bollerschüssen auf die streikenden Eisenbahner der SNCF aufmerksam wurden. Der erste Schuss war für uns wie ein kurzer Herzstillstand. Anders als bei uns treffen sich die Streikenden nicht zu einer Kundgebung, um ihre Forderungen vorzustellen, sondern sie versuchen unter Führung ihrer Gewerkschaft das alltägliche Leben lahmzulegen und auf sich aufmerksam zu machen. Aber nach ein paar Minuten hatten wir uns an den Lärm gewöhnt. Über kleine Seitengassen gelangten wird zu unserem Bus und nach etwa 1 1/2 weiteren Stunden Busfahrt kamen wir in St. Quentin an und wurden ganz herzlich von den unseren Gastfamilien empfangen.
Am Abend wurde dann gemeinsam gegessen und wir haben die Familien kennengelernt.

Am nächsten Morgen durften wir von 8-12 Uhr den französischen Schulablauf miterleben, der sich von unserem sehr unterscheidet. Später waren wir dann alle zusammmen Lasertag-Spielen, um uns ein bisschen auszutoben, aber auch die anderen Austauschpartner besser kennen zu lernen.
Anschließend waren wir zu einem Empfang in das historiche Rathaus von St. Quentin eingeladen. Anlässlich der Commémoration zum Ende des Ersten Weltkrieges waren weitere sechs Abordnungen von Partnerschulen aus Australien und Amerika nach St. Quentin gekommen. In Anwesenheit des stellvertretenden Bürgermeister Monsieur Grandin und des Schulleiters Monsieur Chavanne, die uns herzlich willkommen hießen, wurden später die einzelnen Schulen vorgestellt und die Grußworte von Schülern auf Englisch, Deutsch oder Französisch übersetzt. Von Monsieur Chavanne wurde ganz klar zum Ausdruck gebracht, wie wichtig der Schüleraustausch mit dem Albertus-Magnus-Gymnasium ist, gerade im Hinblick auf die Gedenkfeier 100 Jahre ,,Grande Guerre“. Auch unser Schulleiter Herr Kamphausen, der extra für den Festakt angereist war, betonte die friedensstiftende Bedeutung des Schüleraustausches. Er forderte uns auf, aufmerksam politische Veränderungen zu betrachten und nicht wie ein Somnambule (Schlafwandeler) durch die Geschichte zu gehen. Später gab er noch auf Französisch ein Fernsehinterview beim Internetsender MaTélé. Er scheint einen guten Französischunterricht genossen zu haben:-).

Das Wochenende haben wir dann bei den Gastfamilien verbracht, wobei wir dann einen guten Einblick in ihre Wochenendgestaltung gewinnen konnten.

Unser Highlight des Austausches war der Montag, an dem wir gemeinsam mit den Franzosen schon früh morgens nach Paris gefahren sind. Als Erstes haben wir den Eiffelturm besichtigt, den wir super vom Platz ,,Trocadero“ fotografieren und bestaunen konnten.

 

Nachdem wir auch noch Notre Dame besichtigen konnten, haben wir nach dem Centre Beaubourg erst mal eine kleine Pause gemacht und konnten uns selber in kleinen Gruppen Paris anschauen und zum Beispiel auch in den neuen ,,Halles“ shoppen gehen. Nachher ging es noch zum Louvre mit seiner Pyramide, durch die Tuilerien und vom Place de la Concorde mit dem Bus zum Sacré Coeur, von wo aus man eine bezaubernde Aussicht auf Paris hatte. Sehr angetan waren wir auch von den vielen Malern am Place du Tertre, die entweder Bilder von Paris oder – wenn wir gewollt hätten – auch von uns gemacht hätten. Insgesamt war das für die Franzosen und Deutschen ein gelungener Tag.

 

An unserem letzten Tag besuchten wir vormittags die Katakomben in St. Quentin, wo wir auch wieder viel Interessantes erfuhren, zum Beispiel, dass Ludwig XIV. mit zehn Jahren die Verteidigungsanlagen der nördlichsten Stadt seines Reiches inspiziert und deshalb dort seinen Namen eingeritzt hat, wie viele andere damalige Gefangene.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen hieß es für uns leider Abschied nehmen. Aber da viele von uns den Kontakt beibehalten wollen, war das sicherlich kein Abschied für immer.

[L. Sy, 9a]