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Drei Fragen an den Schulleiter zum Thema Digitalisierung

1. Wie gut schreitet der Ausbau der digitalen Infrastruktur am AMG voran?

Am AMG sind bereits alle Fachräume und alle Klassen- und Kursräumen mit Beamern und zusätzlichem Soundsystem ausgestattet; dies hat sich schon in der Unterrichtspraxis bewährt. Ein flächendeckendes W-LAN ist ebenfalls vorhanden und wird von den Lehrerinnen und Lehrern für den Unterricht genutzt. Das hausinterne Netz wird zurzeit komplett neu installiert, so dass ab Sommer 2019 ein deutlich leistungsfähigeres flächendeckendes W-LAN genutzt werden kann.

Dann werden auch Schülergruppen eigenständiger das W-LAN nutzen können, zum Beispiel für Internetrecherchen oder für den Zugriff auf online verfügbare Unterrichtsmaterialien. Bezüglich des von uns forcierten Anschlusses an das Glasfasernetz läuft zurzeit eine Ausschreibung; wir gehen davon aus, dass Ende 2019 oder Anfang 2020 für das AMG eine Glasfaseranbindung zur Verfügung steht.

Wir haben drei „klassische“ Computerräume, die zum einen für den Informatikunterricht genutzt werden, die aber auch für computergestütztes Arbeiten aller Fächer von den Lehrerinnen und Lehrern gebucht werden können. Diese drei Computerräume wird es auch weiterhin geben, wenngleich das langfristige Ziel natürlich ist, den Einsatz digitaler Medien noch stärker als bisher schon in den „normalen“ Unterricht zu integrieren.

 

2. Wie verändert sich der Unterricht durch die Digitalisierung?

Das ist eine spannende, für mich persönlich sogar die spannendste Frage im Bereich der zukünftigen Entwicklung des Unterrichts. Man kann das noch gar nicht absehen, weil wir alle erst am Anfang einer Entwicklung sind. Ein zentrales Element der Digitalisierung wird ein Lernmanagementsystem sein, eine Art virtueller Klassenraum, in dem Aufgaben für die Schüler/innen bereitstehen und Aufgabenbearbeitungen von den Schüler/innen hinterlegt werden können. Hierdurch wird eine stärkere Individualisierung von Lernen ermöglicht und andere Aufgabenformate können in den Unterricht integriert werden. Wir müssen in diesem Zusammenhang auch die für uns als christliche Schule wichtige Frage klären, wie eine Versorgung jedes Schüler bzw. jeder Schülerin mit einem eigenen Endgerät gewährleistet werden kann, ohne dass Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer sozialen Herkunft bevorzugt bzw. benachteiligt werden.

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung – und das ist mir dabei ganz wichtig – muss schulische Bildung und damit auch der Unterricht als deren wesentlicher Bestandteil ein persönliches Geschehen zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen bleiben. Einen Unterricht ohne regelmäßige persönliche Begegnung zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen darf es nicht geben, selbst wenn er technisch möglich wäre. Der/Die Lehrer/in ist immer auch Erzieher und Ansprechpartner für persönliche Anliegen und nicht reiner Wissensvermittler oder Lernbegleiter – und das bedarf der persönlichen Begegnung.

 

3. Viele Kinder und Jugendlichen verbringen doch jetzt schon (zu) viel Zeit mit dem Handy. Und jetzt sollen auch noch digitale Endgeräte flächendeckenden Einzug in der Schule halten. Wie setzt das AMG dies um?

Wir haben zurzeit eine vergleichsweise strikte Handyregelung, die von einem breiten Konsens der Schulgemeinde getragen ist, von dieser erarbeitet und beschlossen wurde: Keine Handynutzung für Jg. 5 und 6; Handynutzung nur in der Mittagspause für Jg. 7 bis 9; Handynutzung in Freistunden und Pausen für die Oberstufe.

Zu Unterrichtszwecken können Handys nach vorheriger Anweisung durch die Lehrkraft natürlich eingesetzt werden.

Grundsätzlich ist dieser Konsens auch in Zeiten der Digitalisierung tragfähig. Unterstützt wird er durch unsere fest in den Unterricht integrierte kontinuierliche Medienerziehung. Die Schüler/innen sollen lernen, digitale Endgeräte – mit einem differenzierten Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen, Chancen und Gefahren ihrer Verwendung – als Arbeitsmittel für Unterrichtszwecke einzusetzen. Es ist fernab der Realität unserer Zeit, digitale Endgeräte als Arbeitsmittel in der Schule auszuschließen.

Zugleich möchten wir – unterstützt durch die o.g. Handyregelung – die Schüler/innen dazu motivieren, in den schulischen Pausenzeiten das persönliche Miteinander mit den Mitschüler/innen zu pflegen und die diversen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten auf unserem weitläufigen Schulgelände zu nutzen.