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Nachruf Paul Götzenberger

Heute erhielten wir, die Schulgemeinde des Albertus-Magnus-Gymnasiums, die traurige Nachricht, dass Gott, der Herr über Leben und Tod, unseren langjähriger Deutsch- und Kunstlehrer sowie Unterstufenkoordinator, Herrn Studiendirektor i.K. i.R. Paul Götzenberger, zu sich gerufen hat.

Paul Götzenberger, Jahrgang 1948, unterrichtete von 1977 bis zu seiner Pensionierung 2015 (und noch zwei Jahre darüber hinaus) Kunst und Deutsch an unserer Schule. Zutreffender ist allerdings die Formulierung, dass Herr Götzenberger Kunst liebte und lebte, dass er die Kunst in unserer Schule gestaltete und sammelte. Es ist wesentlich seiner Initiative zu verdanken, dass der erste Schulleiter Josef Kiwitz die Albertus-Magnus-Statue von Gerhard Macks für die Schule erwarb. Er hat maßgeblich Anteil daran, dass die Schülerarbeiten in bemerkenswerter Form im gesamten Schulgebäude aushängen

Ich lernte Herrn Götzenberger bei der Verabschiedung meines Vorgängers im Sommer 2017 kennen. Es stellt sich mir ein sehr eleganter, vitaler älterer Herr vor, dem es spürbar schwerfiel, dass nun endgültig Schluss sein sollte mit seiner schulischen Arbeit. Herr Götzenberger versprühte hier – wie an vielen anderen Stellen – eine Begeisterung für Kunst, der man sich kaum entziehen konnte. Schule lebt von Menschen wie Herrn Götzenberger, bei denen persönliche Überzeugungskraft und Engagement in der Sache in einem besonders hohen Grad zusammenkommen.

Eine Episode von Herrn Götzenberger wird bis heute in der Schule immer wieder gerne erzählt, sie darf in diesem Nachruf nicht fehlen: Das kupferne Kreuz in der Aula, das von einem anderen Kunstlehrer der Schule geschaffen worden war, setzte nach einiger Zeit, wie es Gegenstände aus Kupfer zu tun pflegen, eine grünliche Patina an. Der Hausmeister stieg daraufhin in gut gemeinter Absicht auf eine Leiter, um das Kreuz wieder auf Hochglanz zu bringen. Herr Götzenberger kam zufällig in die Aula und es entspann sich – so erzählt man sich – ein etwas einseitiger Disput über das Wesen der Kunst und Ästhetik, wie ihn nur große Künstler führen können.

Kunst sei ein Fenster zur Ewigkeit, so sagt man. Künstler schauen mit ihrer Kunst hinter das empirisch Wahrnehmbare. Wir dürfen gewiss sein, dass Paul Götzenberger nun die Ewigkeit Gottes nicht nur durch ein Fenster, sondern in der Fülle schauen darf. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und sind in Gedanken bei seiner Familie.

Für die Schulgemeinde des AMG

Thomas Kamphausen

 

Hinweis: Der Begräbnisgottesdienst für Herrn Götzenberger wird am Montag, den 9.12.2019, um 13.30 Uhr in der Kirche St. Helena in Viersen-Helenabrunn gefeiert.