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Ostern – das Leben finden und teilen

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ – so fragen die Engel in der Ostererzählung des Lukas-Evangeliums die Frauen, die zu Jesu Grab kommen.

Wir sind konfrontiert mit der Realität des Todes – in dieser Zeit der Corona-Epidemie noch einmal ganz besonders:

  • Wir sehen die erschreckenden Statistiken der Corona-Todesopfer.
  • Wir lesen die Berichte, dass gerade ältere Menschen die Krankheit nicht überleben.
  • Wir ahnen, dass Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld, vielleicht sogar Eltern unserer Schüler/innen – Selbstständige mit kleinen mittelständischen Unternehmen, aber auch Angestellte, deren Unternehmen geschlossen haben – wirtschaftlich die Luft ausgeht.
  • Wir spüren, dass das an sich ja vernünftige Kontaktverbot – allen Kommunikationsmöglichkeiten über Telefon oder soziale Netzwerke zum Trotz – als ein sozialer Tod wirkt.

Wir hören in diese Situation hinein aufs Neue – und vielleicht in diesem Jahr noch einmal anders als sonst – die Osterbotschaft, dass Gott ein Gott des Lebens ist, dass er seinen Sohn und auch uns nicht im Tod lässt, sondern uns ins Leben führen möchte.

Wir sind eingeladen, das Leben zu suchen und uns gegenseitig mit kleinen Zeichen zu signalisieren, dass wir Hoffnung haben: Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Wir sind eingeladen, das Leben zu finden und zu teilen, wenn auch auf andere Weise als gewohnt. Bleiben Sie in Kontakt untereinander und bleiben Sie sensibel für die kleinen Zeichen: ein Lächeln, eine Blume, ein freundliches Wort, ein unerwartetes Hilfsangebot.

Wenn wir das wahrhaft menschliche Leben finden, finden wir auch den, der uns durch den Tod in das wahre Leben vorangegangen ist: den auferstandenen Christus!

Ich wünschen Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest und: Bleiben Sie alle gesund!

Thomas Kamphausen