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Schulen in Viersen vernetzen sich im Kampf gegen Sucht

Die Leiter der weiterführenden Schulen machen sich gemeinsam stark im Kampf gegen Sucht. Sie wollen über schulinterne Projekte hinaus handeln. Das machen Hartmut Banniza (Realschule an der Josefskirche), Fred Falk (Gemeinschaftshauptschule Süchteln), Christoph Hopp (Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium), Thomas Kamphausen (Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium), Martin Landmann (Anne-Frank-Gesamtschule) und Christian Mengen (Clara-Schumann-Gymnasium) in einer offiziellen Erklärung deutlich.

Bereits zu Beginn des vergangenen Schuljahres hatten sich die Schulleiter entschieden, sich zu vernetzen. Kern des gemeinsamen Handelns seien regelmäßige Treffen der Beratungslehrer und Sozialpädagogen aller beteiligten Schulen mit Vertretern der LVR-Klinik Süchteln, der Drogenberatungsstelle Kontakt-Rat-Hilfe Viersen des Jugend- und des Schulamtes sowie der Polizei, heißt es in der Erklärung. Bei diesen Treffen sei ein Konzept entwickelt worden, zu dem eine gemeinsame Suchtvereinbarung zählt. Sie werde mit den Schülern und Eltern aller beteiligten Schulen getroffen. Zum Konzept gehört auch eine Handlungsempfehlung für alle Lehrer. Sie soll ihnen vermitteln, wie sie damit umgehen, wenn sich ein Schüler suchtmittelbedingt auffällig verhält.

Zu Beginn des neuen Schuljahres sind darüber hinaus die Eltern der Siebtklässler aller beteiligten Schulen zu Informationsabenden in Kooperation mit der Drogenberatungsstelle Kontakt-Rat-Hilfe eingeladen.

Quelle: Rheinische Post vom 4.9.2019

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Drei Fragen an den Schulleiter

Das AMG beteiligt sich an der Initiative Viersener Schulen zum Thema Suchtprävention. Warum?

Wir möchten allen Schülerinnen und Schülern das nötige Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben, ein klares Nein zu Drogen zu sagen und zu leben; wir informieren über die Gefahren, die mit dem Drogenkonsum verbunden sind, und wir bieten Hilfe für diejenigen an, mit Drogen konfrontiert werden oder diese konsumieren. Die Zusammenarbeit mit den anderen Viersener Schulen war für uns eine gute Möglichkeit, unsere bereits vorhandenen Angebote im Bereich der Prävention und der Beratung noch einmal im Gespräch mit anderen Schulen zu überprüfen und von guten Erfahrungen in anderen Schulen zu profitieren. Zugleich möchten wir verdeutlichen, dass es sich um ein allgemeines Problem handelt, das wir nicht schweigen wollen, sondern offensiv gemeinsam angehen wollen.

Gibt es am AMG ein Drogenproblem?

Am AMG gibt es wie an allen Schulen einzelne Schülerinnen und Schüler, die Kontakt zu Drogen haben. Da sprechen wir von einem punktuellen Ausprobieren, aber auch davon, dass Schülerinnen und Schüler ein problematisches Suchtverhalten zeigen. Dabei ist nicht nur an Drogen im engeren Sinn, hier v.a. Cannabis, zu denken, sondern auch an problematische Internetnutzung und Essstörungen – auch solche Dinge können sich ja sehr negativ auf die Entwicklung von Jugendlichen auswirken.

So, wie es keine drogenfreie Gesellschaft gibt, gibt es keine drogenfreie Schule. Wir arbeiten aber mit allen Kräften daran, den Schutzraum Schule zu erhalten. Vorbeugung und Hilfsangebote sind dabei gleichermaßen wichtig. Dabei arbeiten wir mit verschiedenen externen Partnern zusammen, so dass wir für alle Aspekte des Problems Unterstützung von Experten haben.

Der Schwerpunkt ist für uns Vorbeugung und Hilfe, nicht Bestrafung. Wir arbeiten aber natürlich auch mit der Polizei zusammen, falls wir Beobachtungen machen oder Hinweise erhalten, dass im weiteren Umfeld der Schule Drogen weitergegeben oder verkauft werden.

Wie kann man seine Kinder vor Drogen und anderen Süchten schützen?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, wie schon gesagt, das Selbstbewusstsein von Kinder und Jugendlichen zu stärken. Außerdem denke ich, dass es wichtig ist, als Erwachsene – Eltern oder Lehrer/innen – mit den Kindern und Jugendlichen im Gespräch zu bleiben, damit man auch von ihren Sorgen frühzeitig hört und Unterstützung anbieten kann. Eine solche Stabilisierung in der Phase des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsenensein kann dazu beitragen, dass Jugendliche nicht die Zuflucht in „anderen Welten“ suchen. Ich meine, dass gerade unser Tagesheimkonzept am AMG vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung von Schüler/innen und Lehrer/innen bietet, und dass so ein Vertrauensverhältnis in der Schulgemeinde entsteht und Probleme besprochen werden können.