Am Freitag, dem 6.2.2026, bekamen die 7b von Frau Gutzke und die 7a von Herrn Hütz im Religionsunterricht Besuch von Pater Emmanuel aus dem Zisterzienserkloster in Bochum-Stiepel. In dieser von Frau Gutzke vorbereiteten Veranstaltung erzählte er uns von seinem Leben dort und zeigte uns, wie ein Mönch so lebt.

Die Zisterzienser – „Cistercium mater nostra“

Die Zisterzienser sind ein katholischer Mönchsorden. Die Wurzeln des Mönchstums reichen jedoch viel weiter in die Zeit zurück als man denkt. Schon im frühen Christentum zogen sich Männer in die ägyptische Wüste zurück. Sie wollten sich von der Zivilisation abschotten, um in der Stille Gott zu suchen und zu hören. Sie glaubten fest an die Anwesenheit Gottes. Aus diesen Einsiedlern entstanden dann mit der Zeit die ersten Klöster. Eine wichtige Grundlage für das Leben im Kloster ist die Regel des heiligen Benedikt. Darin steht unter anderem, dass man auf dem Weg des Heils bleiben solle. Gehorsam, Beständigkeit und Gemeinschaft spielen dabei eine wichtige Rolle. Ein weiteres Grundprinzip ist der Satz: Ora et labora. Bete und Arbeite! Der heilige Bernhard von Clairvaux, der im Mittelalter 39 Klöster gründete, war eine prägende Person für das klösterliche Leben.

 

Leben in einem Kloster

Im Kloster in Bochum-Stiepel wohnen heute 16 Mönche. Ihr Tagesablauf ist klar strukturiert. Jeden Morgen um 7.15 Uhr feiern sie die Heilige Messe als Konventamt. Außerdem beten sie jeden Tag drei Stunden über den Tag verteilt das Chorgebet auf Latein. Hinzu kommt das private Gebet, u.a. der Rosenkranz, sowie die geistliche Schriftlesung, die lectio divina. Dabei lesen und betrachten die Mönche in Ruhe die biblischen Texte. Neben dem Gebet übernehmen die Mönche auch viele Aufgaben in der Seelsorge. Dazu gehören die Wallfahrtsseelsorge, die Arbeit in der Pfarrei sowie die Gefangenenseelsorge. Außerdem bieten sie Einkehrtage an und halten Vorträge an Schulen. Ihr Leben ist nicht nur von Rückzug geprägt, sondern vor allem auch vom Dienst an anderen Menschen geprägt.

Kloster und Pfarrei Bochum-Stiepel © Werner Thiel

Wie wird man Mönch?

Die Kleidung der Zisterzienser besteht aus einem schwarz-weißem Ordensgewand. Wer nur einen weißen Habit trägt ist noch Novize, also in der Ausbildung. Der Weg zum Mönch verläuft in mehreren Stufen: Zuerst kommt die Kandidatur, die etwa sechs Monate dauert. Danach folgt das einjährige Noviziat. Anschließend legt man die zeitliche Profess ab. Diese dauert dann 3 Jahre. Erst danach entscheidet man sich für die ewige Profess und bleibt für immer im Orden. In dieser Zeit ist die Einkleidung ein besonders wichtiger Moment. Dabei erhält man nicht nur das Ordensgewand, sondern auch einen neuen Ordensnamen. Später erzählte Pater Emmanuel uns noch von den Erfolgen mit dem gregorianischen Gesang. Mit dem Gregorianischen Choral und dem Album „Chant-Music for Paradise“, welches im Zisterzienserkloster in Heiligenkreuz im Wienerwald aufgenommen wurde, wurden die Mönche international bekannt.

(Bericht von Marta/7b)